Pressestimmen

Stefan Kelller's TRIsOnic

Strahl

 

Erfrischende Experimente von Bach bis Glass

Gegen die Gefahr, in einer Schublade domestiziert zu werden, wehren sich Stefan Keller, Andi Pupato und Beat Ramseier erfolgreich. Statt dessen erproben sie die musikalische Reise durch Kontinente und Epochen, wobei man sich besonders in der Figur der Negation gefällt.

Eine Band, die ihre Quellen nicht nur beim Jazz, sondern auch bei Afro und Latin und obendrein bei Klassik und Avatgarde sieht, läuft Gefahr, nicht ganz ernst genommen zu werden.: Die können sicher von allem ein bisschen, aber nichts richtig. Bei den drei Köpfen von TRISONIC ist diese Annahme jedoch weit gefehlt. Ob nun Stefan Keller an den Flöten, Andi Pupato mit der Perkussion oder Beat Ramseier mit Kontra - und E - Bass: Alle drei sind Musiker, die ihre Instrumente hervorragend beherrschen. Da erstaunt wenig, dass TRISONIC zu einem ganz eigenen Stil gefunden hat, der sich nicht ohne weiteres ettiketieren lässt.

Der Teufel steckt im Tritonus

Der Gig beginnt um elf - frühmorgens -, wie Stefan Keller augenzwinkernd kommentiert. Verschlafen tönt der Sound trotzdem nicht. Schon eher beginnt für das Publikum nun ein gespanntes Lauschen auf Experimente des Klanges, die immer wieder ein Schmunzeln zulassen. So etwa gleich beim Einstiegsstück "Il diabolo in musica", womit der - wie Keller meint - verbotene Tritonus gemeint sei und dessen Einsatz für sie deshalb umso reizvoller. Ueberhaupt gefällt man sich in der Figur der Negation. Keller, der sämtliche Kompositionen selbst geschrieben hat, bewegt sich im musikalischen Intertext. Irgendwo findet er zwischen Barock und Minimal Music, zwischen Bach und Philipp Glass ein Stück, das er weiterschreibt, zunächst als Hommage, dann als Variation, Umspielung des Themas, dieses wieder in freier Abwandlung schliesslich (beinahe) verneinend. So bildet zwar Bachs "Bourée" den Ausgangspunkt, nur um das Stück dann in "eine Art Blues" münden zu lassen. Auch der Blues ist anderswo eben gar kein richtiger, darum also "D'ont Blues".

Flöte als Perkussionsinstrument

Was den besonderen Reiz der Combo ausmacht, ist nicht nur die un - erhörte Besetzung. Hier gibt die Querflöte in Abwechslung mit der selten gesehenen Kontrabassflöte oft den Ton an. Spannender noch ist die unkonventionelle Art und Weise, wie die Instrumente zum Einsatz gelangen. Unterstützt durch das technische Zubehör - der Kabelsalat ist unübersehbar - , mutiert die Kontrabassflöte durch das Schliessen der Klappen zum Perkussionsinstrument, während Beat Ramseiers Kontrabass kurz im melancholischen Dröhnen des - pardon - Alphorns resoniert. Unter Andi Pupatos Händen geraten die Trommeln zu eingängigen Vermittlern eines Rhythmusgefühls, das in den Abstechern nach Lateinamerika und Afrika, World Music lässt grüssen, ganze Programme musikalischen Empfindens und veräusserns ergründet. Avantgarde: Bei der minimalen Komposition "Ostination" reduziert sich neben dem Thema alles auf den Rhythmus, von Pupato auf einer selbstgeschweissten Wasserharfe metallisch hervorgebracht. Auch hier bleibt das Experiment Ziel und neuerlicher Ausgangspunkt, auf den sich hin alles entwickeln muss. Vom gutmütigen Tönen des Didgeridoos wäre hier zu reden, von nachgeahmten Tierstimmen in "African Sunrise" und vom Cajôn, dem Flamenco - Perkussionsinstrument zum Draufsitzen, das im Wortspiel-Stück "Corajôn" (nicht dem einzigen) ans Herz (corazôn) ging, doch einerlei: TRISONIC reiste in Sprüngen durch Raum und Zeit, liess Platz für freie Assoziationen atmosphährischer Bilder und fand sich und ein wohlgesnntes Publikum zum Schluss mit "Winter in the city" in der Gegenwart wieder.

Tino Stierli Neue Zuger Nachrichten 1998

Experimente mit Elektronik

Die Band TRISONIC spielte im Rahmen von «Forum Jazz» in Winterthur

In zwei Stunden um die vielfältige Welt der Klänge

Die Musik von Trisonic hat ihre Wurzeln in den verschiedensten geografischen und musikalischen Regionen. Stefan Keller (Flöten und Komposition) kommt aus der klassischen Musik im Gegensatz zu Beat Ramseier, welcher lange in Rockbands gespielt hat. Der dritte Musiker, Andi Pupato, genoss eine Perkussionsausbildung in Kuba und in Afrika.

Erstklassige Interpreten

In der Band versuchen nun die erstklassigen Interpreten ihre Erfahrungen auszutauschen und zu kombinieren. Markant ist vor allem, dass die Musiker in einem Stück oft von ruhigen Einzelklängen zu dichtgepackten, pulsierenden Sequenzen wechseln. Dabei kommt nicht nur Andi Pupato die Rolle des Rhytmusgebers zu, auch die Klappen der Kontrabassflöte werden perkussiv eingegsetzt. Der Kontra oder der E-Bass sind nicht nur Begleitinstrumente: Beat Ramseier zaubert aus Ihnen in seinen Soli verschiedenste Klänge und Geräusche.

Viel Elektronik

Beeindruckend war eine Sequenz unmittelbar nach der Pause, welche der Flötist Stefan Keller alleine bestritt. Unter Zuhilfenahme von Loops und anderen Effektgeräten entstand ein dichter Klangteppich. Bald wussten die Zuhörer nicht mehr, was Stefan Keller live spielte oder was er per Knopfdruck - eben erst aufgenommen - wiedergab. TRISONIC hat keine Berührungsängste mit der Elektronik. Effekte werden immer wieder geschickt eingesetzt.

Es war fantastisch, wie Andi Pupato auf der Cajôn, einem spanischen Flamenco - Instrument, mit den Händen trommelte. Doch nicht nur experimentelles bekamen die Zuhörer geboten. Die Band spielte auch poppigere Worldmusic.

Lorenz Keller Der Landbote 1998

Musikalische Gebiete erforschen

TRISONIC mit Jazz, Klassik, Afro und Avantgarde

Sie können mehr als Töne aneinander reihen und auf Synthis rumklimpern: Sie verfügen über grössere musikalische Kenntnisse als mancher Hitparadenstar - TRISONIC sind drei Musiker und eine Einheit.

Gebiete erforschen

Sie haben fixe Vorstellungen, wie die Musik klingen soll. Andi, bringt es auf den Punkt: "Wir versuchen, Wege zu beschreiten, die bisher keiner von uns gegangen ist." Sie wollen neue Gebiete der Musik erforschen und den konventionellen Instrumentn andere Klänge entlocken. "Wir kopieren niemanden."

Verschiedene Einflüsse

Alle drei sind Vollblutmusiker. Die Wurzeln ihrer Musik liegen im Jazz, in der Klassik, in der Worldmusic und der Avantgarde. Alle diese Stile prägen den dynamischen Sound der Gruppe:"Wir wollen optimistische Musik vermitteln, die strahlen und nicht einfach oberflächlich sein soll."

Akustisch spielen

Es gibt nur wenige Bands, die auf das lebenswichtige technische Zusatzinstrumentarium verzichten können, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Als TRISONIC vor zwei Jahren startete, wollten die Musiker ursprünglich als rein akustisches Trio auftereten. Mittlerweile erarbeiteten sie sich ein Repertoire von ünber 30 Titeln. Der Flötist und kreative Kopf der Band, Stefan Keller:"Je nach Anlass spielen wir das akustische oder elektrische Set, meistens aber eine Mischung daraus.

Felice Gübeli Züribergzitig 1997

Geheimnisvolle und zarte Klänge

Vollmondkonzert des Stefan Keller Trios auf dem Mutschellen

Schon das erste Stück, welches das Stefan-Keller-Trio spielte, liess aufhorchen: Da war es, das Silberlicht des Mondes, da waren geheimnisvolle Klänge, feine Rhythmen, da sah und spürte man das ruhige Dahingleiten des Mondes durch endlose Räume, da war ein Spiel von Licht und Schatten. Selbst die Elektronik tanzte mit ihrem Lichtgefunkel mit.

Eigenartig auch, wie bewusst es einem in der Umgebung einer modernen, zum Teil improvisierten Tonsprache wurde, dass eine Sonate für Soloflöte von C. PH. E. Bach immer noch ein ganz modernes Stück ist. Diese Flötensonate ... ... war keineswegs einfach ein Gegensatz zu den modernen Klängen, sondern konnte als ein durchaus adäquater, zustimmender Kommentar eines älteren Meisters zur Musik aus unserer Zeit verstanden und gehört werden.

Ob nun in der weiteren Programmfolge, gleichsam ein Spaziergang durch eine in das helle Mondlicht gehüllte Landschaft, Stefan Keller auf der Kontrabass-flöte einen "Alpaufzug mit Zwischentönen" spielte, ob der Perkussionist Andi Pupato seinen reichen Schatz faszinierender Rhythmen in diese Landschaft streute oder ob der Kontrabassist Beat Ramseier unerhörte Klänge und Melodien aus seinem Instrument hervorzauberte, immer war man begeistert von der musika-lischen Fantasie und dem Erfindungsreichtum der drei gemeinsam improvisierenden Musiker, war man fasziniert von den Klängen und der musikalischen Sprache, welche sie mit bestechendem Können und mit geschickt und subtil eingesetzter elektronischer Verfremdun ihren Instrumenten entlockten.

Aargauer Zeitung vom 28.9.99

 
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