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Sphärische Klänge auf der Zauberflöte Stefan Keller ist ein Tüftler. Seine Leidenschaft gehört einer Sammlung verschiedener Querflöten und Hörner, denen er dank zusätzlicher Hand- und Fussarbeit die erstaunlichsten Töne entlockt. Die Taufe seiner neuen CD zelebrierte er am Wochenende gleich zweimal. db -- So mussten die Kinder von Hameln gelauscht haben, als sie vom wunderlichen Rattenfänger und seinen Flötenklängen verführt und später entführt wurden. Sie folgten ihm blind und kehrten nie wieder zurück. Duett für eine Flöte BBA 27.2.2007
Musik als sinnliches Erlebnis Der Flötist Stefan Keller ist Musiker, Erfinder, Komponist, Techniker, Klangdesigner, Lehrer und Grenzgänger. An seinen Solokonzerten gelingt es ihm immer wieder, das Publikum zu überraschen. Erika Obrist «Als Schülerbub bin ich jeweils am Mittwochnachmittag von Bremgarten auf den Mutschellen marschiert in die Blockflötestunde an der Musikschule dort», erinnert sich Stefan Keller. Aus dem Nebenzimmer habe er gehört, wie jemand Querflöte spielt. «Ich habe damals schon gewusst: Das will ich auch spielen.» Ein «Mitbringsel» aus BerlinDiese Stücke komponiert er selber. Und sein kontrastreiches Spiel berührt die Menschen im Publikum, lässt sie Musik als sinnliches Erlebnis für den ganzen Körper erfahren. Dies auch, weil Keller, der an den Musikschulen in Bremgarten und Mutschellen Querflöte unterrichtet, Ton und Rhythmus vielfach mit Farben und Formen visualisiert. Vom Aargauer Kuratorium wurde Keller mehrmals für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet. Das Kuratorium ermöglichte ihm auch im Jahr 2005 einen dreimonatigen Aufenthalt in Berlin. «Dort entstand der Wunsch, wieder eine CD einzuspielen», sagt Keller. Diese präsentiert er an zwei Konzerten am 24. und 25. Februar in der Kreisschule Mutschellen. Viele Grenzen sprengend Phänomenal. Bahnbrechend. Innovativ. Beeindruckend. Das Echo auf die CD-Taufe «albido» vor sechs Jahren in der Kreisschule war mehr als positiv. Am 24. und 25. Februar gibt Stefan Keller gleichenorts Einblick in seine neuen Werke. Erika Obrist Wer im April 2001 das Konzert von Stefan Keller im Musiksaal der Kreisschule Mutschellen besucht hat, erinnert sich wohl heute noch daran. Vorne im Saal der Musiker, umgeben von Kontrabass-, Bass-, Alt- und Querflöte. Dazu jede Menge technischer Geräte. Keller benutzt die Klappen der Flöte als Rhythmusinstrument, spielt Auszüge der Muster, die er erzeugt, live in einen Datenspeicher ein und ruft sie per Fusstaster wieder ab und spielt darüber eine Melodie. Dann reichert er das an mit weiteren Geräuschrhythmen, Mustern und Tönen. Das Ganze präsentiert er in Vierkanalton, was ein Musikerlebnis sondergleichen ermöglicht. Dazu projiziert er noch computeranimierte Grafiken an die Grossleinwand. Es entstehen Klangwelten, die man nie für möglich gehalten hätte.«Das macht süchtig»Vor 15 Jahren hat Stefan Keller die Elektronik für sein Flötenspiel entdeckt. Der klassische Flötist mit Lehr- und Konzertdiplom wollte sein Spiel erweitern. «Ich habe für mich entdeckt, dass man mit dem Mikrofon weit mehr machen kann, als Töne aufnehmen.» Er hat ein Loop-Gerät gekauft, mit dem man Melodien, Töne, Geräusche aufnehmen und direkt wieder abspielen kann. «Das erlaubt mir, auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu musizieren. Das macht richtig süchtig»
Künstler-Review: Stefan Keller Lang ist's her, da begannen Pioniere wie Oskar Sala oder Robert Moog die Welt der Klänge synthetisch nachzubilden. Wilde Konstruktionen wie das Trautonium oder die, den alten Telefonzentralen nicht unähnlichen, Unge- tüme von Moog, leiteten den Urknall ein, der die heute existierende Galaxie der unendlichen Möglich- keiten an digitalen Sounds und Instrumente schuf. Nicht zuletzt dank der Verschmelzung von Synthese und Sampletechnik ist es aktuell kein Problem mehr, ganze Orchester und Bands künstlich zu produzieren und zu spielen, ohne dass der Spielende ein einziges Instrument wirklich beherrschen muss. Das Resultat klingt bestechend echt, wenn auch der Musiker bei dieser Art von Schaffen irgendwie zum Programmierer mutiert. Und wieder gibt es einen Pionier, und dieses Mal kommt er aus der Schweiz, der das Prinzip der künstlich erzeugten Klänge umkehrt. Denn der Klanggenerator ist in diesem Fall der Musiker mit seinem Instrument selbst und Looptech- nik. Sampler und allerlei andere elektronische Hilfsmittel bauen die synthetische Welt rundherum; live natürlich. Insider wissen spätestens jetzt, von wem die Rede ist; vom Flötisten Stefan Keller. - Flöten. - In unserer Vorstellung nicht gerade das Instrument, das mit einer grossen Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten brilliert. Wer aber schon einmal an einem, von Stefan Kellers multimedialen Konzerten war, der weiss, Flöten sind nicht immer klein und fein, sondern eine Flöte kann durchaus auch mal mannshoch sein und Frequenzen von sich geben, die ganz schön im Bauch wummern. Was Keller aber seinen Instrumenten an Sounds entlockt, das sprengt dann leicht die eigene Vorstellungskraft. Ganze Drumsektionen mit E-Gitarre fliegen da mit Sourroundsound durch den Raum, Klangbilder von sphärisch bis archaisch, mal schwebend, mal groovig, überspülen uns Zuhörer und ziehen uns mit, in die Klangwelten von Stefan Keller. Dabei spielt Keller seine Kompositionen mit verschiedenen Flöten Schicht um Schicht live auf Sampler und ein ausgeklügeltes Loop-System ein. Es entsteht so ein sinnliches, emotionales Klangbild, das seinesgleichen sucht: Ein absolut faszinierendes Erlebnis! Für alle, die noch nie an einem Stefan Keller-Konzert waren, gibt’s seit dem 24. Februar den neuen Silberling „Impuls“. Beginnend mit einem wunder- schönen Flug über asiatische Landschaften bietet die CD von afrikanischen Trommelgrooves bis zum Alpaufzug eine schier unglaubliche Reise durch faszinierende Fantasiewelten. Erinnert die Musik stellenweise an Grössen wie Deuter, so muss man sich doch immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass alle Sounds und Klänge der Hand einer Person und eines Instrumentes entspringen; Stefan Keller mit seinen Flöten. Fazit: PS: Die CD ist mit der multichannel hybrid SACD-Technik umgesetzt. Wer immer so einen Player besitzt; ich würd gerne mal hören, wie dann die Post abgeht!! -Natürlich kann die CD auch in einem normalen CD-Player abgespielt werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Super_Audio_Compact_Disc
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